Ein tolles Beispiel für den kompetenten Umgang mit Quellen, Daten und Fakten liefert Prof. David Zellhöfer (HWR Berlin) in einem LinkedIn-Artikel (s. https://www.linkedin.com/posts/david-zellhoefer-5984552_liste-der-top10-arbeitgeber-in-deutschland-activity-7250459456738643968-q0eh/).
Er zeigt deutlich, dass es heutzutage unerlässlich ist, Aussagen und Quellen kritisch zu hinterfragen und zu prüfen. Fake News identifizieren zu können, ist eine notwendige Kompetenz in der heutigen Gesellschaft.
Aber um was ging es? In verschiedenen Social-Media-Beiträgen, u. a. auf LinkedIn, wird der Anteil der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst dargestellt. Basierend auf einer Capital-Bilderstrecke zu den „10 größten Arbeitgebern in Deutschland“ (https://www.capital.de/wirtschaft-politik/das-sind-deutschlands-groesste-arbeitgeber) wird der Eindruck vermittelt, es arbeiten (zu) viele Menschen in der öffentlichen Verwaltung: rund 63%!

Sind diese Daten denn korrekt? Die Quelle Capital wirkt nicht sehr vertrauenserweckend, daher können die offenen Daten des Statistischen Bundesamtes als Vergleich herangezogen werden – offen einsehbar für jede Person. Die Anzahl der Erwerbstätigen in Deutschland nach Wirtschaftsbereichen für 2023 (https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetigkeit/Tabellen/arbeitnehmer-wirtschaftsbereiche.html) aufgesplittet, ergibt folgende Grafik:

Ein deutlicher Unterschied! Worin liegt also der Fehler?
Bei der Nutzung der Zahlen aus dem Capital-Artikel wird für einen Vergleich nur die Grundgesamtheit der „Top 10 Arbeitgeber“ verwendet. Dies sind allerdings nicht alle Erwerbstätigen in Deutschland und somit entsteht ein verzerrtes Bild. Außerdem wäre noch zu Fragen, wie „der“ Öffentliche Dienst als Gruppe betrachtet wird. Auf Bundesebene gehören etwa Soldat*innen dazu, auf Landesebene wären dabei auch Lehrkräfte, Richter*innen und Polizist*innen zu inkludieren und auf kommunaler Ebene auch Kliniken oder Erzieher*innen – insgesamt eine sehr heterogene Gruppe und schwer mit Arbeitgebern wie Siemens zu vergleichen.
Außerdem könnte noch angemerkt werden, dass für exakte Vergleiche mit mehr als zwei Anteilen eher ein Balkendiagramm genutzt werden sollte.